Angst & Krisen
Es gibt einen Punkt, an dem das übliche Durchhalten nicht mehr funktioniert. Der Schlaf wird dünner, Entscheidungen fühlen sich zu groß an, und Dinge, die vor einem halben Jahr selbstverständlich waren, kosten plötzlich den ganzen Tag. Viele Menschen, die mich anrufen, sagen in den ersten Minuten denselben Satz: „Eigentlich habe ich doch gar keinen Grund.“
Du hast einen. Du siehst ihn nur gerade nicht, weil eine Krise die Sicht verengt – das ist ihre Eigenschaft, nicht dein Versagen. Auf dieser Seite findest du eine Einordnung, wo du stehst, was in dieser Phase trägt und woran du merkst, dass es Zeit für Begleitung ist.
Was ist eine psychische Krise – und was ist sie nicht?
Eine psychische Krise ist ein Zustand, in dem die gewohnten Bewältigungswege nicht mehr greifen. Sie hat meistens einen Auslöser – eine Trennung, ein Verlust, eine Kündigung, eine Diagnose –, manchmal aber auch nur einen Zeitpunkt, an dem lange Getragenes zu schwer wird.
Eine Krise ist kein Charakterfehler und keine psychische Erkrankung. Sie kann in eine übergehen, wenn sie lange genug unbeachtet bleibt. Genau deshalb lohnt es sich, früh hinzuschauen.
Woran erkenne ich, dass es mehr ist als eine schwierige Phase?
Schwierige Phasen gehen vorbei, wenn sich die Lage entspannt. Eine Krise bleibt, auch wenn der Anlass kleiner wird – oder sie breitet sich auf Bereiche aus, die vorher stabil waren. Typische Zeichen:
- Du schläfst schlecht ein, wachst nachts auf oder bist morgens schon erschöpft.
- Konzentration und Gedächtnis lassen nach; einfache Aufgaben brauchen doppelt so lange.
- Du ziehst dich zurück, sagst Treffen ab, gehst nicht mehr ans Telefon.
- Der Körper meldet sich: Herzklopfen, Druck auf der Brust, Magen, Kopfschmerzen – ohne ärztlichen Befund.
- Du bist gereizt oder dünnhäutig und erkennst dich selbst darin nicht wieder.
- Du hast das Gefühl, neben dir zu stehen und nur noch zu funktionieren.
Diese Liste stellt keine Diagnose. Sie ist ein Anlass, jemanden zu fragen.
Was in einer Krise trägt – und was sie in die Länge zieht
Was trägt
- Eine einfache Tagesstruktur: feste Zeiten zum Aufstehen, Essen und Schlafengehen, auch wenn der Rest wackelt.
- Ein Mensch, der Bescheid weiß: nicht alle, aber einer. Allein das Aussprechen nimmt Druck.
- Bewegung: ein Spaziergang zählt. Es geht um Regulation, nicht um Leistung.
- Kleine erledigte Dinge: eine Sache pro Tag, die abgeschlossen ist, gibt mehr Halt als zehn angefangene.
- Ärztliche Abklärung körperlicher Ursachen, wenn der Körper mitspricht.
Was die Krise in die Länge zieht
- Alles allein regeln wollen.
- Schlaf- oder Beruhigungsmittel ohne ärztliche Begleitung, Alkohol als Abschalthilfe.
- Die Hoffnung, dass es sich von allein auswächst.
- Das Warten auf den Moment, in dem man sich stark genug fühlt, um Hilfe zu holen. Der kommt in einer Krise selten.
Wann gehört ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung dazu?
Bei anhaltender Niedergeschlagenheit über mehrere Wochen, bei Schlafstörungen, die nicht nachlassen, bei starkem Gewichtsverlust, bei Verdacht auf eine körperliche Ursache und immer bei Gedanken an Selbstverletzung gehört eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung dazu. Meine Arbeit ersetzt das nicht und steht nicht in Konkurrenz dazu – sie kann daneben stehen. Bei Gedanken, dir etwas anzutun, erreichst du die Telefonseelsorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, im Notfall gilt die 112.
Wie arbeite ich, wenn jemand in einer Krise zu mir kommt?
Im ersten Gespräch sortieren wir. Was ist gerade passiert, was davon ist akut, was ist schon länger da? Erst danach entscheidet sich, ob und wie weitergearbeitet wird.
Ziel der Begleitung ist, belastende Reaktionen besser zu verstehen, automatische Verknüpfungen zu verändern und neue Handlungsmöglichkeiten im Alltag zu stabilisieren. Wie schnell und in welchem Umfang sich etwas verändert, ist individuell. Ich arbeite dabei mit Gesprächsführung, Hypnose und dem RESET-Code™ – in der Praxis in Neustadt in Holstein oder online.
Wenn in der Krise vor allem Angst und Panik im Vordergrund stehen, findest du unter Angst & Panikattacken eine ausführliche Einordnung. Wenn es eher Dauerdruck und Erschöpfung sind, lies bei Stress bewältigen weiter.
Ablauf und Kosten
Der erste Schritt ist ein kostenloses Erstgespräch von 15 bis 20 Minuten – online oder in meiner Praxis in Neustadt in Holstein. Darin klären wir, was los ist und ob meine Arbeitsweise zu deiner Situation passt.
Meine Leistungen sind Selbstzahlerleistungen. Ob und in welcher Höhe eine private Kranken- oder Zusatzversicherung Kosten übernimmt, richtet sich nach deinem individuellen Vertrag; eine Erstattung kann ich nicht zusagen. Das Honorar richtet sich nach dem Behandlungsabschnitt, den wir gemeinsam für sinnvoll halten – nicht nach einem Ergebnis.
Alle Einzelheiten zu Ablauf und Kosten →
Über den Autor: Niels Albrecht
Heilpraktiker für Psychotherapie, NLP-Trainer (DVNLP) und Life Trust Coach mit Praxis in Neustadt in Holstein. Schwerpunkt: Angst, Panik und innere Blockaden – mit dem RESET-Code™, vor Ort und online.
NLP-Trainer (DVNLP)
Life Trust Coach
Fragen zur psychischen Krise
Wie lange dauert eine psychische Krise?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche Krisen klingen nach einigen Wochen ab, wenn sich die Lage beruhigt und Unterstützung da ist; andere ziehen sich über Monate, vor allem wenn mehrere Belastungen zusammenkommen. Je früher du dir Hilfe holst, desto weniger Zeit kostet es meist, wieder Boden unter die Füße zu bekommen.
Ist eine Krise schon eine Depression?
Nicht automatisch. Eine Krise ist eine Reaktion auf eine Überforderung, eine Depression ist eine Erkrankung mit eigenen Merkmalen. Hält die Niedergeschlagenheit über mehrere Wochen an oder kommen Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit dazu, gehört das ärztlich oder psychotherapeutisch abgeklärt.
Muss ich Medikamente nehmen?
Das entscheidet nicht diese Seite und auch nicht ich, sondern eine Ärztin oder ein Arzt. Medikamente können in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Meine Arbeit ist kein Ersatz dafür, sie kann daneben stehen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Krise und einem Burnout?
Ein Burnout entwickelt sich über lange Zeit aus anhaltender Überlastung, meist im Beruf. Eine Krise kann plötzlich kommen, etwa nach einer Trennung oder einem Verlust. Beides kann sich überschneiden: Ein Burnout kann in eine Krise münden. Mehr dazu unter Burnout-Warnsignale.
Ich funktioniere im Job noch – ist das dann überhaupt eine Krise?
Ja, das kann es sein. Viele Menschen halten im Beruf erstaunlich lange durch und brechen zu Hause oder nachts ein. Dass du noch funktionierst, heißt nicht, dass es dir gut geht. Es heißt oft nur, dass du sehr gut im Durchhalten bist.
Der nächste Schritt darf klein sein.
Wenn du bis hierher gelesen hast, ist der Punkt vermutlich schon erreicht. Im kostenlosen Erstgespräch (15–20 Minuten) schauen wir ohne Verpflichtung, was los ist und ob meine Arbeitsweise zu deiner Situation passt.
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